Montag, 20. August 2007

Der Balkon und die Vögel

Daniela Amendy

Der Balkon und die Vögel

Mein Balkon ist dreckig. Genauer gesagt ist er nicht nur dreckig, nein, er ist voll mit Vogelkot. An der Hauswand zerlaufen, auf den Fließen verstreut. Sehr ekelig. Wie konnte das nur passieren? Schuld an der ganzen Misere ist der wilde Weinstock, der sich über meinen Balkon rankt. Die bitteren Weintrauben haben es den Vögeln besonders angetan. Und so stürzen sie sich regelrecht im Tiefflug auf meinen Balkon als wäre es ihr letzter Flug und hinterlassen ihr Endprodukt gleich bei mir. Ich hätte nichts dagegen, wenn sie meine Weintrauben fressen – da bin ich sehr großzügig, denn eigentlich mag ich Vögel! Aber diese Vögel fressen nicht nur, nein, sie scheißen auch gleichzeitig. Und das ist zu viel! Biester! Monster! Hitchcock-Vögel! Also habe ich mir gedacht: Weintrauben weg, Vögel weg. Ich schnitt die Weintrauben, die drei volle Eimer ergaben. Ich hatte erst wieder Ruhe, als die Weintrauben endlich weg waren und ich mich in Sicherheit wiegen könnte. Puh! Endlich wieder frei atmen. Ich war sogar so mutig, meine frisch gewaschene Wäsche rauszustellen, nachdem ich den Balkon frisch geputzt hatte. Die Nacht kam und ich dachte mir nichts mehr dabei. Ich schlief friedlich ein. Und erwachte mit einer entsetzlichen Vorahnung. Schnell hastete ich auf den Balkon und da – aaaahhhhh! – da war es wieder, eine große Hand voll Vogelscheiße, auf dem Tisch, an meiner Wäsche und an der Wand! Nein!!! So eine Sauerei!!! Und der letzte Gedanke bevor ich ohnmächtig wurde, war: „Ich kaufe mir eine Schrotflinte und dann wird scharf geschossen!“

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