Montag, 20. August 2007

Die zugeschlagene Autotür

Daniela Amendy

Die zugeschlagene Autotür

Buff – laut knallte ich die Autotür zu. Das heißt, um genau zu sein, ich knallte sie nicht zu. Ich machte sie zu, so wie ich das immer tue, zumindest bei meinem Auto, ein kleiner Mercedes. Aber das Problem war: Diese Tür gehörte nicht zu meinem Auto. Sie war – und ist glücklicherweise immer noch – das Eigentum meines neuen Freundes und seines Autos. Ja, seines Autos, das ich mit zugeknallter Tür verlassen hatte. Eine wahrlich schändliche Tat. Meinem neuen Freund zuckte ein zischender Schauer über den Rücken: „Ah, schlage die Tür bitte nicht so zu,“ hatte er höflich gebeten. Und solche netten Bitten erfülle ich eigentlich gerne. Er war ja mein NEUER Freund und sollte nicht mein alter, vergangener Freund werden. Peinlich! Oh, ich schämte mich! Ich dachte schon daran, dass unsere Beziehung einem Ende empfindlich nahe gekommen ist, denn zugeschlagene Autotüren sind für jede neue, noch nicht gefestigte Beziehung, eine echte Herausforderung! Voller Entsetzen rief ich meine Mutter an und gestand ihr meine Überlegungen. Sie blieb ruhig und meinte, dass zugeschlagene Autotüren zwar laut und unangenehm sind, aber dass eine neue Beziehung – sie sprach da aus 35-jähriger Eheerfahrung heraus, was auf einen guten und pragmatischen Sachverstand schließen lässt – das aushalten kann. Gut! Katastrophieren und Alarmlämpchen abschalten, Beziehungsmotor anschalten und auf Empfang stellen. Puh! Gerade nochmal gut davon gekommen!

Fazit: Eine zugeschlagene Autotür bedeutet nicht das Ende einer neuen Beziehung, bereichert sie aber auch nicht unbedingt. Eine Skoda-Tür darf man nicht so fest zuschlagen wie eine Mercedes-Tür. Also dann: Lasst es knallen!

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